Krud

krud_story_1Das Stück zeigt Elise und Willi, die sich in der Umgebung eines psychiatrischen Krankenhauses kennenlernen und versuchen, einander gerecht zu werden.

Momente ihrer jungen Beziehung, wechseln sich ab mit surrealistischen Räumen ihres Unterbewussten, ihrer Erinnerungen, Urängste, Desillusionierungen und Erwartungen bezüglich der Verbindlichkeit einer heterosexuellen Zweierbeziehung.
Im Kontrast zum Korsett des skurrilen Stationsalltags, bilden fragmentartige Gedankenbilder Türen von ihrer zu unserer Perzeption.

Ihre Störungsbilder unterscheiden sich stark. Elise leidet an Traumata und einer emotional instabilen Persönlichkeitsstörung, während Willis Psychose ihn mit einnehmenden Halluzinationen peitscht.
Sie verlieren und entfernen sich zwangsläufig in den getrennten Welten ihrer unterschiedlichen Symptomatik von einander und können sich an Schnittpunkten dennoch gegenseitig beatmen.

 

krud_story_3Im Extremen lauert die Komik. Man stößt permanent an Grenzen, an einem Ort, wo Menschen hinter verschlossener Tür zusammen sind, um wieder angepasst genug zu werden, die Tür passieren zu dürfen. An der täglichen Front im Kampf mit dem eigenen Gehirn.
Mit sich und mit einander. Mit den Mitpatienten und der fordernden Verhaltenstherapeutin Dr. Stauffenstiel. Und warum, wofür und für wen?

Die Thematik der psychischen Erkrankung, steht hierbei nicht unbedingt im Vordergrund. Mehr, dass sie den Platz in der Welt für sich finden. Die lähmende Angst in uns allen, dies zu verpassen, zu verwechseln, zu zerwirken. Elise und Willi haben Schwierigkeiten und Fluchttendenzen in Bezug auf den Einfluss, den sie auf die Leben anderer haben.

Sie verhandeln es offen oder schreien es lauthals heraus. Ungefiltert. Roh. Krud.
Durch enthemmte Ehrlichkeit im Schnelldurchlauf.

Und wie ist es eigentlich, ungewollt immer mehr zu sehen und zu fühlen zu den Dingen als die anderen?!
Macht das vielleicht wütend? Und allein.

Wir befinden uns an einem neuen Punkt der Desorientierung - einem Bruch- mit den klassischen Familienmodellen der Vergangenheit und unserer Eltern. Überflutung und Abstumpfung.
Ist auch Treibholz es wert, nicht alleine zu sterben?
Dieser Verunsicherung versuchen wir im Stück Ausdruck zu verleihen.

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